Apr 10 2012
Aktionsbündnis Schwimmbad für alle im Herzen der Stadt
Folgende E-Mail zur anstehenden Bürgerbefragung hat uns heute erreicht:
Aktionsbündnis Schwimmbad für alle im Herzen der Stadt
Sehr geehrter Herr Matz,
in der kommenden Woche wird die Bürgerbefragung zum künftigen Badstandort starten. Durch die Presse und Ortsverbände der Parteien geisterten die letzten Wochen viele Halb- und Unwahrheiten. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Ihnen unsere Argumente und Fakten an die Hand zu geben und Sie bitten, diese an Ihre Mitglieder weiterzuleiten. Weiterhin stellen wir gerade ein parteiübergreifendes Bündnis auf, dem sich bisher bereits Schwimmvereine, Umweltorganisationen, Fraktionen sowie verschiedenen Bürgerinitiativen aus Potsdam-Nord und -Süd angeschlossen haben. Wir würden uns freuen, wenn wir auch mit Ihrer aktiven Unterstützung rechnen könnten.
Aber warum sollte das Schwimmbad am Brauhausberg im Herzen der Stadt stehen und nicht im Volkspark (Bornstedter Feld)?
Am 12.12.2012 eröffnet die neue Therme in Werder. Vom Potsdamer Norden (egal ob Fahrland oder Bornstedter Feld) hat man nach Werder nur eine Fahrzeit von ca. 15 Minuten (nachgemessen). Das heißt, ein Potsdamer Sport- und Freizeitbad tritt in direkte Konkurrenz zu den anderen 15 Bädern und Thermen im Umfeld der Landeshauptstadt. Um hier nicht die gleichen Probleme wie z. B. in der Schiffbauergasse oder der Biosphäre zu bekommen (fehlende, ausbleibende Kundschaft, Zuschussbedarf Biosphäre 2012 5,25 Mio. Euro), ist der Standort sehr entscheidend. So ist der Brauhausberg der zentrale Standort im Herzen der Stadt, der von allen Stadtteilen direkt und fast gleich schnell in ca. 20 Minuten mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV: Straßenbahn, Bus, S-Bahn sowie Regio) zu erreichen ist. Hier spielt insbesondere auch das Umland eine große Rolle, so kommen laut LH Potsdam alle 19 Schulen, die derzeit die Brauhausberghalle für Schulschwimmen nutzen, aus dem südlichen Potsdamer Umland (z. B. Michendorf, Teltow, Stahnsdorf etc.). Aber auch von den 23 Schulen in Potsdam kommt die Mehrheit der Schulen (21) aus dem südlichen Raum bzw. liegen in unmittelbarer Nähe (Breite Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Zentrum Ost etc.), so dass diese sogar fußläufig den Brauhausberg erreichen könnten. Nach Aussagen müsste in einigen dieser Schulen der Schwimmunterricht gestrichen werden, da ein Standort im Norden von der Fahrzeit nicht mit dem Stundenplan vereinbar ist.
Viel wichtiger für die Stadt ist die Wirtschaftlichkeit, die beim Brauhausberg im Werkstattverfahren mit rund 1 Million Euro über die Nutzungsdauer deutlich besser ausfällt als bei einem Neubau im Volkspark. Deshalb und wegen der restlichen 10 Variablen, die die Bürger im Rahmen des Werkstattverfahrens aufgestellt hatten, belegte am Ende der Brauhausberg den 1. Platz mit 232 Punkten in der Gesamtwertung. Der Neubau im Volkspark kam hingegen nur auf den 4. Platz mit 218 Punkten in der Gesamtwertung. Für dieses Ergebnis investierten engagierte Bürger aller Stadtteile, Politiker, Verwaltung und Vereine bereits über 70 Stunden Zeit. Die Bewertung mit der Variablenliste fügen wir dieser Mail gern noch einmal bei (siehe Ergebnis Badwerkstattverfahren Malik 2012).
Welche wichtigen Argumente fehlen noch? So geistert wieder neu herum, dass nur im Volkspark Geothermie möglich sei. Dafür gibt es aber bisher noch kein belastbares Material. Weder ob es technisch möglich ist, noch was es zusätzlich kosten würde. Um ein Schwimmbad in dieser Größenordnung betreiben zu können, müsste eine Probebohrung von mindesten 3.000 Meter Tiefe vorgenommen werden. Das ist bisher nicht geschehen. Am Brauhausberg ist Tiefengeothermie nicht möglich, da der Brauhausberg zum Trinkwasserschutzgebiet gehört. Damit wird auch gleich eine der Gefahren dieses Verfahrens sehr deutlich. Unabhängig davon, liegen sowohl am Brauhausberg als auch am Volkspark Fernwärme an, da beide Standorte über das Heizkraftwerk Süd in Bergholz-Rehbrücke versorgt werden. Dieses arbeitet bereits schon jetzt sehr umweltfreundlich mit Kraft-Wärme-Kopplung. Kein vernünftiger Unternehmer würde für Geothermie noch einmal ca. 5 bis 10 Millionen Euro aufwenden, wenn er bereits umweltfreundlich und kostengünstig versorgt wird. Dabei spielt für uns alle auch die Auslastung des Heizkraftwerkes eine große Rolle. Die bisherige Misswirtschaft in der Stadtspitze spüren wir bereits alle in anderen Bereichen. So haben wir in Potsdam die zweithöchsten Wasserpreise in Deutschland, obwohl wir das meiste Wasser im direkten Umfeld haben und die Wasserwerke alle auf dem modernsten Stand sind.
Wenn Sie diese Argument noch nicht überzeugt haben, dann appellieren wir an Ihre Solidarität nicht nur mit den Bewohnern im Bornstedter Feld, sondern auch mit den restlichen Potsdamern. So wird bei einem Neubau eines Bades im Volkspark dieses unmittelbar an die bestehende Wohnbebauung gebaut (weniger als 100 Meter). Was für eine Lärmbelästigung die Außenanlagen sowie der Anreise- und Abreiseverkehr mitten im Wohngebiet allein schon verursacht, können Sie sich sicher vorstellen. So rechnet die LH Potsdam für den Standort Volkspark mit einem um 20.000 PKW erhöhten Fahrzeugaufkommen. Aber Sie kennen sich damit ja bestens aus, denn Sie sind ja auch gegen Lärm am Wohngebiet und für den Erhalt Ihrer Wohnqualität eingetreten. Eine Stimme für den Brauhausberg ist damit eine Stimme für die Solidarität mit den Anwohnern am Volkspark.
Ein einziger klagender Anwohner des Volksparks würde genügen, um das Bad dort zu verhindern oder um Jahre zu verzögern. Wenn bis dahin die Betriebsgenehmigung (spätestens 2015) für die alte Halle am Brauhausberg ausgelaufen ist, haben wir mitunter gar keine Schwimmbadversorgung mehr in Potsdam. Was das für die viele Schulen und Vereine bedeutet, brauche ich Ihnen ja nicht weiter zu verdeutlichen.
Als alter Fahrländer – meine Familie war seit 1516 dort ansässig – kenne ich die Problematik, dass der Norden gern von der Stadt-Politik vernachlässigt wird. Wir haben nun die Möglichkeit mit einem gemeinsamen, parteiübergreifenden Bündnis ein deutliches Zeichen zu setzen. Und vielleicht bekommt man mit der gleichen Kraft auch später einen sicheren Schulweg für die Fahrländer Kinder hin, wenn wir uns gemeinsam für Dinge starkmachen, die sich auch umsetzen lassen. Lassen Sie uns gemeinsam anpacken und nicht gegeneinander kämpfen bzw. ausspielen wie es bisher einige Potsdamer Parteien gemacht haben. Das hilft nur den Politikern, die sich profilieren wollen, aber nicht den Bürgern.
So ist nur ein Neubau am Brauhausberg der wirtschaftlichste, verkehrstechnisch günstigste, baurechtlich sicherste und nachhaltigste Standort, der sich bewährt hat und mit dem sich die Potsdamer seit über 40 Jahren identifizieren.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dabei aktiv unterstützen. Sollten Sie noch Fragen oder weiteren Erklärungsbedarf haben, können Sie mich auch gern unter u. g. Telefonnummer anrufen.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Hintze
Pro-Brauhausberg e.V.
1. Vorsitzender: Thomas Hintze
2. Vorsitzende: Daniela Kriegbaum
Max-Planck-Str. 10a
14473 Potsdam
Fon: 0160 – 79 88 112
Email: info@pro-brauhausberg.de
Web: www.pro-brauhausberg.de
Konto: 1000 914 107
Bankleitzahl: 160 500 00
Mittelbrandenburgische Sparkasse
Vereinsregister Potsdam VR 7749 P